Es folgt eben gar nicht, dass der Jäger, der das Wild erlegt,
auch zugleich der Koch sein müsse, der es zubereitet. Zufälligerweise
kann ein Koch mit auf die Jagd gehen und gut schießen; er würde aber
einen bösen Fehlschuss tun, wenn er behauptete, um gut zu schießen,
müsse man Koch sein. So kommen mir die Mathematiker vor, die
behaupten, dass man in physischen Dingen nichts sehen, nichts finden
könne, ohne Mathematiker zu sein, da sie doch immer zufrieden sein
könnten, wenn man ihnen in die Küche bringt, das sie mit Formeln
spicken und nach Belieben zurichten können.
-- Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 1006